Jörg Steck

1973 born in Heilbronn, Germany Jörg Steck
1993–1994 B.A. general studies at the university of Stuttgart
1994–2002 study communication design at the Folkwangschool – University of Essen with emphasis on photography
2002 Diploma with honours under Bernhard Prinz and Volker Heinze
since 2002 independent photographer
2003 BFF junior member
2008 BFF senior / BFF professional
2016 full member of the AOP

Jörg Steck lives and works in Berlin

Reference

American Airlines, Astra Zeneca, Autostadt Wolfsburg, Barefoot Films, BASF, Brand Eins, BMW, Borbet, Burg Schlitz, CORUM, Degerenergie, Designers Digest, Elato, Essilor, European Patent Office, GEO Saison, Homo Novus, Kölner Hof, Lampenmanufaktur Berlin, Mercedes Benz, Naturstrom AG, ON Magazin, Postbank, Praxis am Viktoriapark, Profi Foto, RWE, Schloss Basthorst, SSH, TECE, Tout va bien, UPM, Zeitleben

Exhibitions

Numerous individual and group exhibitions: Galerie 20.21, Essen; Galerie Volker Marschall, Düsseldorf; Galerie Vero Linzmeier, Berlin; Galerie IAC-Berlin; Kant Garagenpalast, Berlin; Kunsthalle Bremerhaven; Kunsthaus Essen; Mariendom zu Neviges; Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg; Galerie Schloss Meierhof, Düsseldorf; Städtische Galerie Wolfsburg, Triennale der Photographie, Hamburg; Visual Gallery Cologn; Baumwollspinnerei Leipzig; Bikini Berlin

 

Fotografie ist für mich die Melodie des Vorstellbaren komponiert auf der Schotterpiste des Darstellbaren. Sie generiert am unmittelbarsten kommunizierbare Wirklichkeiten als konstruierte Abbilder der Realität.

 

Das Interesse an der kreativen Umsetzung einer Idee zum Bild ist der Leitfaden meiner fotografischen Arbeit. Bereits während meines universitären Studiums an der Essener Folkwangschule konnte ich im interdisziplinären Austausch mit den Geisteswissenschaften künstlerische Positionen entwickeln, welche automatisch in die angewandte Fotografie mit einfliessen. Das ständige Hinterfragen und somit die permanente Weiterentwicklung eigener Sichtweisen durch die Rückkopplung zwischen unterschiedlichster Genres – vom Kunden bis zum Künstler, beinhaltet stets das Wechselspiel zwischen Neugier, kommunikativer Teamfähigkeit und praktisch, technischer Realisation.

Die Fotografie ist ein visueller Begleiter sowohl des Zeitgeschehens als auch des Zeitgeists und unterliegt dementsprechend einer fortwährenden Weiterentwicklung. Ich finde es spannend, am Puls der Zeit neue oder adäquate Bildsprachen zu entwickeln. Dabei ist es ebenso wichtig, technisch permanent auf aktuellem Stand zu sein, da es die Grundlage für virtuoses Arbeiten ist. Ich habe es als Bereicherung empfunden, den Übergang von der analogen Fotografie hin zum digitalen Workflow direkt miterlebt haben zu dürfen. Ich kann somit auf ein breitgefächertes Repertoire der fotografischen Praxis zurückgreifen und profitiere davon beim alltäglichen Gebrauch mit Großbild und digitalem Mittelformat.

Durch meine Berufspraxis als diplomierter Kommunikationsdesigner habe ich Erfahrungen in professionellen Abläufen und kenne das kreative Spannungsverhältnis zwischen akribischer Vorbereitung, Spontanität und Zeitdruck. Die Herausforderung mit ständig neuen Aufgaben und Gegebenheiten konfrontiert zu werden, setzt Flexibilität und Mobilität voraus. Bei der Zusammenarbeit mit internationalen Konzernen oder auch privaten Kunden mit ihren jeweils unterschiedlichen Rahmenbedingungen steht die kundenorientierte Zielsetzung im Vordergrund. Darüber hinaus versuche ich durch regelmässige Ausstellungen, meine eigenen Projekte mit ebenso grossem Engagement zu erarbeiten und zu vertiefen.

Die Fotografie wird in der Regel als realitätsgebundenes Medium wahrgenommen. Dabei finde ich es interessant, das allgemein Sichtbare und somit häufig Übersehene neu oder anders zu bedeuten. Die Fotografie bewegt sich im Spannungsverhältnis zwischen Inszenierung und des flüchtig Zufälligen. Sie bietet die Möglichkeit, Dinge oder Situationen in ein neues oder fremdes Licht zu stellen. Dabei fasziniert mich, die Grenzen der Darstellbarkeit zu durchbrechen oder aufzuzeigen, indem ich versuche, durch beispielhaftes Aufgreifen von Symbolen und Metaphern weitere Zusammenhänge oder Bedeutungsverschiebungen herzustellen. Meine Arbeit hat immer den idealisierten Anspruch, dem Betrachter unterschiedliche Deutungsmöglichkeiten anzubieten, die über das vordergründig Zurschaugestellte hinausgehen.

Die Visualisierung von Wertigkeiten, Emotionen etc. setzen den gekonnten Umgang mit dem Instrument der Bildsprache voraus, da Verweise auf individuelle Erfahrungen und Assoziationen des Betrachters im Bild mit angelegt werden müssen. Hinsichtlich des gezielten Einsatzes eben jener bildnerischen Mittel überschneidet sich die kundenorientierte Auftragsfotografie mit der innerhalb des Kunstkontextes. Dabei gilt es, das Dargestellte entweder zu verdichten oder es aber zu öffnen, indem es vom reinen Abbild einer äußerlichen Erscheinung herausgelöst und somit in eine weitere Ebene transponiert wird. Die Stärke eines fotografischen Bildes liegt in meinen Augen in der unmittelbar direkten Lesbarkeit, ohne dabei gleichzeitig an Vielschichtigkeit einbüßen zu müssen. Der Fokus des Betrachters wird durch die ausschnitthafte Rahmung des Dargestellten gezielt gelenkt und gleichzeitig wird eine hybride Oberflächlichkeit erzeugt, bei der nach dem vordergründig objekthaften „Erkennen“ ein individuelles Interpretationsangebot generiert werden kann.

 

To me, photography is the melody of imagination composed on the rocky road of representation. It offers the most direct means of generating communicable forms of reality as constructed depictions of existence.

 

The creative process of translation from idea to image is the guiding theme in my photographic work. While studying at Folkwang University of the Arts in Essen, I was already able to develop artistic positions from an interdisciplinary exchange with the humanities, which automatically played a role in my applied photography. Working always involves a medley of curiosity, collaborative skills as well as the consideration of practical, technical aspects of realisation. This requires constant scrutiny, which in turn develops personal perspectives due to feedback – between the client and the artist – from all kinds of genres.

 Photography accompanies current events visually and also reflects the zeitgeist, which means the medium is subject to constant change. I find it exciting to tune in with this by developing relevant or cutting edge imagery. At the same time, I find it essential to keep up with technological developments, since they are crucial to excellence. I consider myself very lucky to have been able to experience the transition from analogue photography to a digital workflow. Today, it allows me to employ a wide range of practices and profit from having the choice between large format and digital medium format photography in my day-to-day business.

Through my work as a qualified communication designer, I am experienced in dealing with professional processes and familiar with the creative tension between detailed preparation, spontaneity and tight deadlines. The challenge of continually being confronted with new assignments and situations requires flexibility and mobility. Focussing on the client’s objective is paramount, regardless of what the circumstances entail, whether working in collaboration with international corporations or for individual clients. In this vein, I am also committed to continuing my independent projects, which are regularly presented in exhibitions.

The medium of photography is generally regarded as being bound to reality. I relation to this, I find it interesting to take a closer look at plainly visible but often overlooked phenomena, and endow them with new meaning. Photography is situated in a realm that reaches from fleeting coincidence to conscious enactment, offering the potential of casting a new or unexpected light on things or situations. In the process, I am fascinated by revealing or breaking the boundaries of representation, by picking up on exemplary symbols and metaphors and showing further connections or shifts in meaning. My work always aspires to offer the viewer various possible interpretations, which go beyond what is visible at first sight.

The visualisation of values, emotions etc. requires skilled experience with the instrument of visual language, since references to the viewer’s individual experiences and associations must be set up in the image from the start. They require consciously employing visual means. This is true for client-oriented commissions as it is for independent projects in an artistic context. I find that the strength of any photograph lies in an immediate and direct readability that does not stand in the way of further layers of depth and complexity. This can either be achieved by concentration or by liberating the image from simply portraying a visible phenomenon and therefore taking it to another plane. By consciously directing the viewer’s focus and at the same time inducing a form of hybrid superficiality, an array of individual levels of interpretation can be generated after the initial moment of objective “recognition”.